Geschichtetutorium

Friday, January 13, 2006

Strukturalismus

Strukturalismus

Einleitung:

Im Gegensatz zur klassischen marxistischen Anthropologie, zum Kulturevolutionismus,... welche materialistische Denkschulen sind, ist der Strukturalismus von Levi- Strauss eine mentalistische Denkweise.

Strukturalen Ansätzen liegt der Gedanke zugrunde, dass die soziale Struktur einer Kultur untersucht werden kann, als ob sie unabhängig von den aktuellen Handlungen der Menschen existiere.

Dieser Strukturgedanke beeinflusste die ethnologische Theoriebildung lange. Struktur wurde dabei aber unterschiedlich gefasst. Für manche Theoretiker stellte sie nur den Hintergrund für ihre Forschung im Zentrum.
K. Marx, E. Durkheim, L. Althusser und C. Levi-Strauss gelten als Verfechter dieser Richtung, die Strukturen eine objektive Realität zuschreibt. Die Strukturen besitzen keine Existenz, außer in den Köpfen der Handelnden, die eine Struktur benennen und ihr Bedeutung verleihen.

Der französische Strukturalismus, dessen Begründer Levi- Strauss (geb. 1908) ist, formuliert Grundstrukturen, die in allen Kulturen auftreten.
(Vgl. dtv-Atlas 2005: 31-32)


Hauptteil:

Die Theorie des Strukturalismus:

Es handelt sich beim Strukturalismus um eine Forschungsmethode, die ihre Blütezeit im Frankreich der 60er und 70er Jahre hatte.
Die Linguistik hat der Theorie des Strukturalismus die Bahnen geebnet: Sprache ist ein System von Zeichen, mit referenziellen Charakter und Kultur ist dabei auch ein System von Zeichen, so genannten Strukturen. Der Strukturalismus ist demnach eine naturwissenschaftliche Methode zur Analyse von Kulturen.
(Robert Parkin. Kap.: 4)

Das Ziel der Strukturalisten ist die Aufdeckung von universalen Denkprinzipien, wobei Struktur aber nur auf der Ebene des Unbewussten besteht.
Durch diese Theorie wurde herausgefunden, dass Gesellschaften statische Systeme sind, die das Handeln von Individuen determinieren. Gesellschaften sind vorgegebene soziale Institutionen, in denen sich Individuen regelkonform verhalten.


Die Methode des Strukturalismus ist die Strukturanalyse. Diese arbeitet abstrahierend und vernachlässigt die konkrete Form eines Phänomens.



Sie wird in vier Abschnitte unterteilt:

1. Beobachtung und Beschreibung:
Ein Aspekt des sozialen Lebens wird isoliert betrachtet. Alles über diesen Bereich wird in Erfahrung gebracht.

2. Modellkonstruktion:
Um den Aspekt zu erklären werden verschiedene Modelle entworfen. Das Modell, welches sich am einfachsten erweist, ist meist das brauchbarste.

3. Prüfung des Modells:
Hier soll in Erfahrung gebracht werden, wie das Modell unter modifizierten Umständen und im Vergleich mit anderen Modellen reagiert. Es wird mit anderen ethnografischen Daten verglichen und Widersprüche werden beseitigt.

4. Formulierung und Vergleich der Strukturen verschiedener Modelle nach dem Prinzip der Logik:
Modelle, welche die unveränderlichen Prinzipien eines Modells darstellen, sollen so gut als möglich dargestellt werden.

Für Levi- Strauss sind die Ordnung der Welt und die Klassifizierung ihrer Phänomene Ausdruck der Fähigkeiten des menschlichen Gehirns, dessen biologische Funktion bei allen Menschen gleich ist. Somit ist also auch die Grundstruktur aller menschlichen Kulturen gleich, nur die Art und Weise in der sich eine Kultur manifestiert ist unterschiedlich.
(Vgl. dtv- Atlas: Ethnologie 2005: 53)

Der Strukturalismus ermöglicht den Kulturvergleich als Vergleich von Strukturen!
(Zit: dtv-Atlas: Ethnologie 2005: 53)

Die elementaren Strukturen der Verwandtschaft:
Sein erstes Werk „les Structures elementaires de la parente“, zu deutsch die elementaren Strukturen der Verwandtschaft, ist das gewichtigste Werk zur ethnologischen Verwandtschaftsforschung im 20. Jahrhundert. Das Buch ist zwischen 1943 und 1947 entstanden als L. Strauss in New York im Exil war.
Seine Motivation dieses Werk zu verfassen war die Absicht, die verwirrende Vielfalt weltweit registrierter Heiratspraktiken auf einige wenige „Formeln“ zurückzuführen.
Er kam zu einer Unterscheidung in elementare und komplexe Verwandtschaftsstrukturen.
Sein Buch befasst sich allerdings nur mit den elementaren Verwandtschaftsstrukturen.

Als elementare Strukturen bezeichnete er jene Ordnungen, bei denen Blutsverwandte und Schwiegerverwandte deutlich voneinander unterschieden werden. Eine Heirat wird hier durch eine affinale Verwandtschaftsbeziehung bestätigt. Es gab sie allerdings schon vor der Eheschließung.
Als komplexe Gesellschaftsordnungen kennzeichnete er Systeme in denen die Ehepartner jenseits der jeweils festgesetzten Grenzen des Inzestverbotes frei gewählt werden können. Eine neue Verwandtschaftsbeziehung wird geschaffen.

Er konnte 3 Heiratsregeln herausfiltern:
Die vorgeschriebene Heirat mit
1. Der matrilateralen
2. Der patrilateralen
3. Oder der bilateralen Kreuzkusine.

Die einfachste Form des eingeschränkten Tausches ist gegeben, wenn eine Gruppe sich in patrilineare oder matrilineare exogame Hälften teilt.
Die bilaterale Kreuzkusinenheirat ist eine geschlossene Struktur. Es genügen dafür zwei austauschende Gruppen.

Sei Erscheinen dieses Buches ist es nicht zur Ruhe gekommen, da es leidenschaftliche Auseinandersetzungen ausgelöst hat. Ein besonders namhafter Kritiker ist E. Leach.
Kritik von Leach:
• Strauss hat Hypergamie und Hypogamie nicht ausreichend voneinander unterschieden
• Es wurde keine klare Trennlinie zwischen Vozugs- und Vorschriftsheirat gezogen.
• Er habe einen Mythos über frauentauschende Klane als ethnografische Wirklichkeit ausgegeben.


Aus heutiger Sicht mag angemerkt werden, dass der Begriff „verallgemeinerter Tausch“ in die Irre führen kann, da nicht alle Frauentauschenden Gruppen an einem gemeinsamen Tauschkreis partizipieren. In manchen existieren mehrere Tauschkreise nebeneinander um die Stabilität des Systems zu gewährleisten und nicht wie Strauss behauptete ein „Abenteuer einzugehen“.
(Vgl. Feest/Kohl: 239-245)

Die binäre Opposition ist das Grundmuster jeder Kategorisierung, da es für jedes Konzept auch eine Negation gibt.

Für den Vergleich kultureller Strukturen, eignen sich nach Levi- Strauss Mythen am besten, da sie eine reichhaltige Form des sprachlichen Ausdrucks darstellen.
Auch diese Aussage von Strauss hat heftige Kritik mit sich gebracht, da sich nicht alles menschliche Denken auf Binarität zurückführen lässt.

Strukturale Mythenanalyse:

Mythen bestehen aus Einheiten die nach bestimmten Regeln zusammengesetzt werden. Sie formen opponente Beziehungen, welche ihrerseits die Basis der Denkstrukturen darstellen.
Der Forschen kann also über die Mythenanalyse zu grundlegenden Strukturen des menschlichen Denkens vorstoßen.
(Vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Claude_Lévi-Strauss#Mythenanalyse)
Da jedoch die Mythen ihrerseits ein Produkt der entsprechenden Kultur sind, geben sie Informationen über die die Kultur strukturierenden Denkgesetze, welche ihrerseits durch die Struktur und die Wirkungsweise des menschlichen Gehirns bestimmt werden, die die menschlichen Ausdrucksformen strukturieren.
(Zit. http://de.wikipedia.org/wiki/Claude_Lévi-Strauss#Mythenanalyse)

Der Forschen kann dadurch also bis an die für alle Menschen geltenden Denkstrukturen vorstoßen.


Kritik:
Kritiker meinen, sein Werk sei mystisch und von unwissenschaftlichem Charakter, jedoch von seinem überzeugungsfähigen Schreibstil erheblich aufgewertet. Weiters soll er in Strukturen die eigentliche Wirklichkeit einer Kultur sehen, die Individuen und deren Realität spielen dabei keine Rolle.
Er sei weiters kein guter Feldforscher gewesen, außerdem interessierte ihn die Alltagsethnologie nicht, er wollte immer hinter die Oberfläche schauen, was aber meines Erachtens gar kein Kritikpunkt ist, eher positiv angemerkt werden sollte...
Seine eher negativ verlaufenden Feldforschungen lassen sich darauf zurückführen, dass er die Muttersprache seiner Informanten nicht lernen wollte und seine Forschungen auch nicht lange genug andauerten um die Gesellschaft gut genug kennen zu lernen.
Meist interpretierte seine Beobachtungen eher vorschnell und suchte sich DANACH Fakten die seinen Überlegungen entsprachen. Weiters vernachlässigte er historische und soziale Dimensionen in seinen Arbeiten.
(Vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Claude_Lévi-Strauss#Kritik)


Mit dem Strukturalismus beeinflusste Levi-Strauss in den 70er Jahren des vorigen Jahrhunderts eine ganze Generation von Forschern. Der Strukturalismus ermöglicht eine klare und logische Methode des Kulturvergleichs.
Claude Levi-Strauss beeinflusste mit seiner Arbeit die kognitive Anthropologie sowie die strukturelle Anthropologie. Weiters hatte er Einfluss auf andere Ethnologen wie: Michael Foucault (1926-84), Jaques Derrida (1930-2004) und Louis Dumont (1911-1998). Poststrukturalisten

Nach dem 2. Weltkrieg steht die franz. Ethnologie lange unter dem Einfluss von L.-Strauss. Seit den 70er Jahren beeinflussen die frz. Poststrukturalisten die internationale Debatte über Kultur.
Heute setzen sich die französischen Kulturanthropologen mit dem Thema Globalisierung auseinander. (z.B. Marc Auge). Für sie macht dieses Thema der heutigen Anthropologie den Hauptgegenstand aus.

Auch die kognitive Anthropologie wurde vom Strukturalismus stark geprägt. In den 50er Jahren ging sie davon aus, dass die Kompetenz sich in der Sprache abbildet wie eine Grammatik. Heute untersucht man aber eher den prozessualen Charakter von Wissen. Die kogn. Anthropologie verwendet sich vielen Gegenständen. Zum Beispiel der Natur- und Pflanzenwelt.
Sie, also die kogn. Anthr., leistet einen wichtigen Beitrag zum Verständnis der unterschiedlichen Denk- und Ordnungssysteme der Kulturen der Welt, besonders zur Frage, auf welche Weise die menschliche und die natürliche Umwelt geordnet ist.
(vgl. dtv-Atlas 2005: 55, 69,)




Nachfolger:
Strauss` Schüler waren Francoise Heritier, Dan Sperber und Maurice Godelier.
Godelier wurde zum Begründer der französischen ökonomischen Anthropologie. Außerdem war er Spezialist für die Gesellschaften in Ozenanien.


Literaturnachweis:
• HALLER, Dieter: Dtv-Atlas: Ethnologie. 2005
• BARTH, PARKIN, SILVERMAN, GINGRICH: One discipline, four ways: British, German, French, and American anthropology. 2005
• Internet:
www.evifa.at
www.wikipedia.at
• Feest/Kohl: Hauptwerke der Ethnologie;2001

Thursday, January 12, 2006

Strukturalismus

Einleitung:

Im Gegensatz zur klassischen marxistischen Anthropologie, zum Kulturevolutionismus,... welche materialistische Denkschulen sind, ist der Strukturalismus von Levi- Strauss eine mentalistische Denkweise.

Strukturalen Ansätzen liegt der Gedanke zugrunde, dass die soziale Struktur einer Kultur untersucht werden kann, als ob sie unabhängig von den aktuellen Handlungen der Menschen existiere.

Dieser Strukturgedanke beeinflusste die ethnologische Theoriebildung lange. Struktur wurde dabei aber unterschiedlich gefasst. Für manche Theoretiker stellte sie nur den Hintergrund für ihre Forschung im Zentrum.
K. Marx, E. Durkheim, L. Althusser und C. Levi-Strauss gelten als Verfechter dieser Richtung, die Strukturen eine objektive Realität zuschreibt. Die Strukturen besitzen keine Existenz, außer in den Köpfen der Handelnden, die eine Struktur benennen und ihr Bedeutung verleihen.

Der französische Strukturalismus, dessen Begründer Levi- Strauss (geb. 1908) ist, formuliert Grundstrukturen, die in allen Kulturen auftreten.
(Vgl. dtv-Atlas 2005: 31-32)


Hauptteil:

Die Theorie des Strukturalismus:

Es handelt sich beim Strukturalismus um eine Forschungsmethode, die ihre Blütezeit im Frankreich der 60er und 70er Jahre hatte.
Die Linguistik hat der Theorie des Strukturalismus die Bahnen geebnet: Sprache ist ein System von Zeichen, mit referenziellen Charakter und Kultur ist dabei auch ein System von Zeichen, so genannten Strukturen. Der Strukturalismus ist demnach eine naturwissenschaftliche Methode zur Analyse von Kulturen.
(Robert Parkin. Kap.: 4)

Das Ziel der Strukturalisten ist die Aufdeckung von universalen Denkprinzipien, wobei Struktur aber nur auf der Ebene des Unbewussten besteht.
Durch diese Theorie wurde herausgefunden, dass Gesellschaften statische Systeme sind, die das Handeln von Individuen determinieren. Gesellschaften sind vorgegebene soziale Institutionen, in denen sich Individuen regelkonform verhalten.


Die Methode des Strukturalismus ist die Strukturanalyse. Diese arbeitet abstrahierend und vernachlässigt die konkrete Form eines Phänomens.



Sie wird in vier Abschnitte unterteilt:

1. Beobachtung und Beschreibung:
Ein Aspekt des sozialen Lebens wird isoliert betrachtet. Alles über diesen Bereich wird in Erfahrung gebracht.

2. Modellkonstruktion:
Um den Aspekt zu erklären werden verschiedene Modelle entworfen. Das Modell, welches sich am einfachsten erweist, ist meist das brauchbarste.

3. Prüfung des Modells:
Hier soll in Erfahrung gebracht werden, wie das Modell unter modifizierten Umständen und im Vergleich mit anderen Modellen reagiert. Es wird mit anderen ethnografischen Daten verglichen und Widersprüche werden beseitigt.

4. Formulierung und Vergleich der Strukturen verschiedener Modelle nach dem Prinzip der Logik:
Modelle, welche die unveränderlichen Prinzipien eines Modells darstellen, sollen so gut als möglich dargestellt werden.

Für Levi- Strauss sind die Ordnung der Welt und die Klassifizierung ihrer Phänomene Ausdruck der Fähigkeiten des menschlichen Gehirns, dessen biologische Funktion bei allen Menschen gleich ist. Somit ist also auch die Grundstruktur aller menschlichen Kulturen gleich, nur die Art und Weise in der sich eine Kultur manifestiert ist unterschiedlich.
(Vgl. dtv- Atlas: Ethnologie 2005: 53)

Der Strukturalismus ermöglicht den Kulturvergleich als Vergleich von Strukturen!
(Zit: dtv-Atlas: Ethnologie 2005: 53)

Die elementaren Strukturen der Verwandtschaft:
Sein erstes Werk „les Structures elementaires de la parente“, zu deutsch die elementaren Strukturen der Verwandtschaft, ist das gewichtigste Werk zur ethnologischen Verwandtschaftsforschung im 20. Jahrhundert. Das Buch ist zwischen 1943 und 1947 entstanden als L. Strauss in New York im Exil war.
Seine Motivation dieses Werk zu verfassen war die Absicht, die verwirrende Vielfalt weltweit registrierter Heiratspraktiken auf einige wenige „Formeln“ zurückzuführen.
Er kam zu einer Unterscheidung in elementare und komplexe Verwandtschaftsstrukturen.
Sein Buch befasst sich allerdings nur mit den elementaren Verwandtschaftsstrukturen.

Als elementare Strukturen bezeichnete er jene Ordnungen, bei denen Blutsverwandte und Schwiegerverwandte deutlich voneinander unterschieden werden. Eine Heirat wird hier durch eine affinale Verwandtschaftsbeziehung bestätigt. Es gab sie allerdings schon vor der Eheschließung.
Als komplexe Gesellschaftsordnungen kennzeichnete er Systeme in denen die Ehepartner jenseits der jeweils festgesetzten Grenzen des Inzestverbotes frei gewählt werden können. Eine neue Verwandtschaftsbeziehung wird geschaffen.

Er konnte 3 Heiratsregeln herausfiltern:
Die vorgeschriebene Heirat mit
1. Der matrilateralen
2. Der patrilateralen
3. Oder der bilateralen Kreuzkusine.

Die einfachste Form des eingeschränkten Tausches ist gegeben, wenn eine Gruppe sich in patrilineare oder matrilineare exogame Hälften teilt.
Die bilaterale Kreuzkusinenheirat ist eine geschlossene Struktur. Es genügen dafür zwei austauschende Gruppen.

Sei Erscheinen dieses Buches ist es nicht zur Ruhe gekommen, da es leidenschaftliche Auseinandersetzungen ausgelöst hat. Ein besonders namhafter Kritiker ist E. Leach.
Kritik von Leach:
• Strauss hat Hypergamie und Hypogamie nicht ausreichend voneinander unterschieden
• Es wurde keine klare Trennlinie zwischen Vozugs- und Vorschriftsheirat gezogen.
• Er habe einen Mythos über frauentauschende Klane als ethnografische Wirklichkeit ausgegeben.


Aus heutiger Sicht mag angemerkt werden, dass der Begriff „verallgemeinerter Tausch“ in die Irre führen kann, da nicht alle Frauentauschenden Gruppen an einem gemeinsamen Tauschkreis partizipieren. In manchen existieren mehrere Tauschkreise nebeneinander um die Stabilität des Systems zu gewährleisten und nicht wie Strauss behauptete ein „Abenteuer einzugehen“.
(Vgl. Feest/Kohl: 239-245)

Die binäre Opposition ist das Grundmuster jeder Kategorisierung, da es für jedes Konzept auch eine Negation gibt.

Für den Vergleich kultureller Strukturen, eignen sich nach Levi- Strauss Mythen am besten, da sie eine reichhaltige Form des sprachlichen Ausdrucks darstellen.
Auch diese Aussage von Strauss hat heftige Kritik mit sich gebracht, da sich nicht alles menschliche Denken auf Binarität zurückführen lässt.

Strukturale Mythenanalyse:

Mythen bestehen aus Einheiten die nach bestimmten Regeln zusammengesetzt werden. Sie formen opponente Beziehungen, welche ihrerseits die Basis der Denkstrukturen darstellen.
Der Forschen kann also über die Mythenanalyse zu grundlegenden Strukturen des menschlichen Denkens vorstoßen.
(Vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Claude_Lévi-Strauss#Mythenanalyse)
Da jedoch die Mythen ihrerseits ein Produkt der entsprechenden Kultur sind, geben sie Informationen über die die Kultur strukturierenden Denkgesetze, welche ihrerseits durch die Struktur und die Wirkungsweise des menschlichen Gehirns bestimmt werden, die die menschlichen Ausdrucksformen strukturieren.
(Zit. http://de.wikipedia.org/wiki/Claude_Lévi-Strauss#Mythenanalyse)

Der Forschen kann dadurch also bis an die für alle Menschen geltenden Denkstrukturen vorstoßen.


Kritik:
Kritiker meinen, sein Werk sei mystisch und von unwissenschaftlichem Charakter, jedoch von seinem überzeugungsfähigen Schreibstil erheblich aufgewertet. Weiters soll er in Strukturen die eigentliche Wirklichkeit einer Kultur sehen, die Individuen und deren Realität spielen dabei keine Rolle.
Er sei weiters kein guter Feldforscher gewesen, außerdem interessierte ihn die Alltagsethnologie nicht, er wollte immer hinter die Oberfläche schauen, was aber meines Erachtens gar kein Kritikpunkt ist, eher positiv angemerkt werden sollte...
Seine eher negativ verlaufenden Feldforschungen lassen sich darauf zurückführen, dass er die Muttersprache seiner Informanten nicht lernen wollte und seine Forschungen auch nicht lange genug andauerten um die Gesellschaft gut genug kennen zu lernen.
Meist interpretierte seine Beobachtungen eher vorschnell und suchte sich DANACH Fakten die seinen Überlegungen entsprachen. Weiters vernachlässigte er historische und soziale Dimensionen in seinen Arbeiten.
(Vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Claude_Lévi-Strauss#Kritik)


Mit dem Strukturalismus beeinflusste Levi-Strauss in den 70er Jahren des vorigen Jahrhunderts eine ganze Generation von Forschern. Der Strukturalismus ermöglicht eine klare und logische Methode des Kulturvergleichs.
Claude Levi-Strauss beeinflusste mit seiner Arbeit die kognitive Anthropologie sowie die strukturelle Anthropologie. Weiters hatte er Einfluss auf andere Ethnologen wie: Michael Foucault (1926-84), Jaques Derrida (1930-2004) und Louis Dumont (1911-1998). ==>Poststrukturalisten

Nach dem 2. Weltkrieg steht die franz. Ethnologie lange unter dem Einfluss von L.-Strauss. Seit den 70er Jahren beeinflussen die frz. Poststrukturalisten die internationale Debatte über Kultur.
Heute setzen sich die französischen Kulturanthropologen mit dem Thema Globalisierung auseinander. (z.B. Marc Auge). Für sie macht dieses Thema der heutigen Anthropologie den Hauptgegenstand aus.

Auch die kognitive Anthropologie wurde vom Strukturalismus stark geprägt. In den 50er Jahren ging sie davon aus, dass die Kompetenz sich in der Sprache abbildet wie eine Grammatik. Heute untersucht man aber eher den prozessualen Charakter von Wissen. Die kogn. Anthropologie verwendet sich vielen Gegenständen. Zum Beispiel der Natur- und Pflanzenwelt.
Sie, also die kogn. Anthr., leistet einen wichtigen Beitrag zum Verständnis der unterschiedlichen Denk- und Ordnungssysteme der Kulturen der Welt, besonders zur Frage, auf welche Weise die menschliche und die natürliche Umwelt geordnet ist.
(vgl. dtv-Atlas 2005: 55, 69,)




Nachfolger:
Strauss` Schüler waren Francoise Heritier, Dan Sperber und Maurice Godelier.
Godelier wurde zum Begründer der französischen ökonomischen Anthropologie. Außerdem war er Spezialist für die Gesellschaften in Ozenanien.


Literaturnachweis:
• HALLER, Dieter: Dtv-Atlas: Ethnologie. 2005
• BARTH, PARKIN, SILVERMAN, GINGRICH: One discipline, four ways: British, German, French, and American anthropology. 2005
• Internet:
www.evifa.at
www.wikipedia.at
• Feest/Kohl: Hauptwerke der Ethnologie;2001

Friday, November 25, 2005

Essay von Schoderbeck Sabrina Matr. Nr.: 0503336

Funktionalismus

2. Welche Hauptfragen und -anliegen kennzeichnen den Funktionalismus eines Malinowski oder den Strukturfunktionalismus eines Radcliffe-Brown? Diskutiere die Beiträge in Theorie und Methode, die die beiden Gründerfiguren der britischen Anthropologie in die Wissenschaftstradition einbrachten.

Einleitung:


Funktionalismus ist eine ethnologische Denkrichtung, die vor allem in der britischen Social Anthropology von etwa 1920 bis 1970 dominiert. Ziel des ethnologischen Funktionalismus ist die Untersuchung von Kultur mit dem Blick des Naturwissenschaftlers, der nach beobachtbaren Zusammenhängen von Ursache und Wirkung fragt.
Der Gebrauch des Funktionsbegriffes in der Ethnologie geht auf Durkheim und Mauss zurück. Sie gehen davon aus, dass es einen Normalzustand von Gesellschaften gibt, dessen Erhalt durch das richtige Funktionieren der „Organe" dieses „Körpers" angestrebt wird.
Der Funktionalismus wurde von Bronislaw Malinowski und Alfred R. Radcliffe- Brown in Fortführung der theoretischen Ansätze Emile Durkheims entwickelt.

Bronislaw Kaspar Malinowski:

Bronislaw Malinowski wurde 1884 in Krakau geboren. In seinen jungen Jahren, wandte sich Malinowski zuerst den Naturwissenschaften zu. Er studierte Physik und Mathematik, nach seinem Examen wurde aber sein Interesse zu den Humanwissenschaften geweckt. Er übersiedelte nach Deutschland wo er bei Wundt und Bücher Völkerpsychologie und Wirtschaftsgeschichte studierte.
1910 schrieb er sich an der London School of Economics ein, setzte seine Forschungen fort und arbeitete mit Edvard Westermarck und Charles G. Seligman zusammen.
Malinowski`s erste Veröffentlichung trägt den Titel The Familiy among the Australian Aboriginies und ist von der damaligen Kontroverse zwischen Evolutionisten (Der Evolutionismus ist eine Denkform, der die Entstehung komplexer, fortgeschrittener und entwickelter Kulturen aus einfachen und älteren Formen zu erklären versucht.) und Diffusionisten (Diffusionismus ist die Annahme, dass die menschliche Innovationsfähigkeit begrenzt sei.) geprägt.
Großen Einfluss auf Malinowski, hatte der französische Soziologe Emile Durkheim (1859- 1917).
1914 trat er seine erste Reise nach Australien an, und wurde dort vom Ausbruch des ersten Weltkrieges überrascht. Im australischen Mandatsgebiet British New Guinea führte er in Mailu Feldforschungen durch. 1915 reiste er ins nordwestliche Melanesien weiter und schließlich erreichte er Kiriwana (größte Insel des Trobriand- Archipels).
Zwischen 1918 und 1921 entstand The Argonauts of the Western Pacific, welches 1922 veröffentlicht wurde. Es handelt sich hier um die erste von insgesamt 3 Monografien, die sich jeweils mit einem spezifischen Aspekt der Tobriand- Inseln auseinandersetzen.
Mit diesem Werk legt Malinowski den Grundstein für das Konzept der teilnehmenden Beobachtung, welche der ganzheitlichen Sichtweise des Funktionalismus den Weg bahnen sollte.
Dieses Werk nimmt die Position des Grundsteines ein, auf den seine gesamten späteren Werke aufbauen. Seine weiteren Veröffentlichungen waren The Sexual Life of Savages in North-Western Melanesia (1929) und Coral Gardens and their Magic (1935).
Seine Werke sind bemerkenswert, da sie die Schule des britischen Funktionalismus in der Ethnologie begründen. Sein Gedanke der teilnehmenden Beobachtung in Form eines mindestens einjährigen Aufenthaltes, bei der sprachliche Kompetenz erworben wird und der Forscher in das Alltagsleben der fremden Gesellschaft eintaucht, hat seinen Status als primäre Methode der Datenerhebung bis in die Gegenwart beinahe unangefochten behauptet.



Malinowski´s Funktionalismus:

Malinowski stellt das Individuum mit seinen Bedürfnissen nach bestimmten Funktionen in den Mittelpunkt der Betrachtung. Alle soziokulturellen Erscheinungen werden nur unter dem Gesichtspunkt ihrer Funktion, Aufgabe und Leistung betrachtet. Alle sozialen und kulturellen Handlungen werden unter dem Aspekt der Bedürfnisbefriedigung und Lebensbewältigung beleuchtet. Kultur ist demnach also ein Apparat zur Befriedigung der Basic Needs.
Das Leitmotiv des Funktionalismus ist die gegenseitige Abhängigkeit von Individuum und Gesellschaft. Sein funktionales Bedürfnisschema geht von biologisch begründeten Primärbed¸rfnissen aus, die von jeder Kultur befriedigt werden müssen. Dazu bilden sich bestimmte Institutionen aus, die wiederum instrumentelle Bedürfnisse kultureller Art schaffen, die ebenfalls befriedigt werden müssen. Daraus entstehen wiederum Bedürfnisse die durch ein Gedanken und Glaubenssystem abgesichert werden müssen.



Kritik am Funktionalismus:

Die Form der Phänomene in einer Gesellschaft werden vernachlässigt und es fehlt die Eingebundenheit in Zeit und Raum. Die Geschichte, der Prozess der Veränderung und Entwicklung werden ausgeklammert und nicht beachtet.


Alfred Reginald Radcliffe-Brown:

A. R. Radcliffe-Brown wurde am 17. Jänner 1881 in Sparkbrook bei Birmingham geboren. Er hieß ursprünglich Alfred Reginald Browns, ließ aber 1926 seinen Namen ändern.
In der Zeit von 1906 bis 1908 ging er seiner Feldforschung auf den Andamanen nach. 1910 bis 1911 ging er in Nord- und West- Australien auf Feldforschung.
Danach lehrte er an internationalen Lehrstühlen wie der University of Sydney, University of Cape Town, Oxford University, Chicago,...
Er wurde stark von Emile Durkheim beeinflusst. Seine Schüler waren Edward E. Evans Pritchard, Meyer Fortes, I. Schapera J. Goody.
Zeit seines Lebens befasste sich Radcliffe-Brown mit der zentralen Frage, ob und auf welche Weise Menschen ohne Herrschaft und ohne Staat leben können.
Er befasste sich mit Herrschaftssystemen und Organisationsformen nicht- industrieller Gesellschaften. Er wendet sich gegen den Standpunkt Hobbes`(Menschen brauchen eine starke Hand, sonst kommt es zum Krieg „jeder gegen jeden".) und arbeitet mir Rousseaus Ansätzen weiter. Seine Idee der staatenlosen Selbstregulierung nicht- industrialisierter Gesellschaften geht vom so genannten „Gleichgewichtsmodell" aus.
Aus diesem Gleichgewichtsmodell heraus entwickelte sich innerhalb der Ethnologie ein ganzer Strang an neuen Ideen: die so genannte „Segmentäre Theorie"


Seine Hauptwerke:

1913 The Tree Tribes in Western Australia
1922 The Andaman Islanders
1931 The Sozial Organisation of Australian Tribes
1950 African Systems of Kinship and Marriage
1951 The Comparative Method in Anthropology, Religion and Society
1952 Structure and Function in Primitive Societies
1957 Natural Sience of Society



Von Durkheim und Mauss beeinflusst entwickelt Radcliffe-Brown den Strukturfunktionalismus. Ziel dessen ist es, eine Form der Analyse von Verwandtschaftssystemen, die nicht mehr nach Ursprung und Entwicklung, sondern nach soz. Struktur und Funktion fragt. Er übernimmt die Vorstellung von Kultur als einem Organismus wobei ihre Institutionen Organen gleich, zu ihrem Erhalt beitragen. Er versteht Sozial Anthropology als vergleichende Soziologie, die nach universalen, soziales Verhalten leitenden, Gesetzen sucht. Grundlegend ist daher der Begriff der Sozialstruktur, ein Arrangement von Personen in institutionell kontrollierten oder definierten Beziehungen. Jeder Bestandteil der Sozialstruktur übt Aktivität aus, welche wiederum eine Funktion hat. Soziale Beziehungen sind durch Institutionen geregelt.
Er vernachlässigte jedoch die Komponenten des Individuellen Handelns und der Bedürfnisse, sowie den historischen Wandel.



Vergleich bzw. Kritik am Funktionalismus/Strukturfunktionalismus:

Radcliffe-Brown wendet sich gegen Malinowskis Interpretation von Ritualen, die dieser untersuchte, ohne über deren Zuordnung zum Individuum oder zur Gemeinschaft zu spekulieren. Nach Malinowski besteht die Funktion von Ritualen darin, den beteiligten Angst zu nehmen. Im Gegensatz dazu meint Radcliffe-Brown, dass Ritus und Magie dafür zuständig sind um den Beteiligten Angst einzuflößen um ein Zusammengehörigkeitsgefühl zwischen den Beteiligten herzustellen.
Die Wirkung Malinowskis reicht weit über die Ethnologie hinaus. Die Einfhrung der teilnehmenden Beobachtung bewirkt seinen Ruf als einer der Gründerväter der Ethnologie. Dagegen ist die Erinnerung an Radcliffe-Brown sehr verblasst, weil er sehr schematisch gedacht hat. Diese beiden „Pioniere" der Ethnologie gehen von zwei grundsätzlich verschiedenen Betrachtungsweisen von Kultur aus. Malinowski geht vom einzelnen Menschen, seinem Handeln und Erleben aus, Radcliffe-Brown geht von der Gruppe und ihren Regeln aus.
Malinowski und Radcliffe-Brown bildeten eine Reihe ausgezeichneter Forscher aus, und gaben damit besonders der britischen Sozial Anthropology Profil.



Quellennachweis:
dtv-Atlas: Ethnologie; S.49 und S.91
Feest/Kohl: Hauptwerke der Ethnologie; S.178ff und S.371ff
Frederik Barth, Andre Gingrich, Robert Parkin, Sydel Silverman: „One discipline four ways: British, German, French and American Anthropology"; S.22ff
Internet: Wikipedia- die freie Enzyklop‰die; geladen am Mi, 23.11.05
Internet: Institut f¸r Ethnologie und Afrikanistik der LMU, M¸nchen; geladen am Mi, 23.11.05

Sunday, November 06, 2005

mein erster blog-versuch

so, ich hoffe das hat geklappt. mal schaun ob das was geworden ist!?!